F-DAX Ausblick
Der DAX Future (FDAX) ist ein Termingeschäft auf den DAX, das mit einem Aufgeld versehen ist und nicht den gleichen Wert wie der DAX hat. Der Wert des FDAX ergibt sich aus dem Kassapreis (DAX) und den so genannten Bestandhaltungskosten (Cost of Carry). Je näher der Fälligkeitstermin des Terminkontraktes rückt, desto mehr gleichen sich also die Preise von FDAX und DAX an. Wir treffen für Sie eine Vorhersage über den Verlauf des FDAX für einen kurzfristigen Zeithorizont, die auf einer technischen Analyse basiert. Diese trifft eine Prognose zukünftiger Kurse anhand historischer Kursentwicklungen.
Volkswagen rettet DAX
Am Montag waren die Augen der Marktteilnehmer einmal mehr auf die Aktie der Volkswagen AG gerichtet. Nachdem Porsche verlautbaren ließ, direkt und über Optionen Zugriff auf mehr als 74% der ausgegebenen VW-Aktien zu haben, war klar, dass Shortseller in extreme Bedrängnis kommen würden. Das Land Niedersachsen hält weitere 20,2% der Aktien. Zusammen wären demnach über 94% der ausstehenden Aktien in fester Hand. Geshortet wurden aber angeblich 15%. Wer jetzt noch Shortpositionen in VW hält, muss diese folglich zu jedem denkbaren Preis schließen.
Der Shortsqueeze führte am Montag bei VW zu einem Zweidrittel-Gap nach oben. Die Gewinne konnten im Handelsverlauf weiter ausgebaut werden. In der Spitze notierte die Aktie zweimal höher als Freitag Abend. Sie war damit auch die einzige Rettung für den DAX und damit auch den DAX Future. Ohne die exorbitanten Kursgewinne von VW würde der DAX Future bereits deutlich unterhalb von 4000 Punkten notieren. Denn die 29 anderen Aktien des DAX verloren teils deutlich zweistellig.
Der Spike der Volkswagenaktie und dessen Auswirkungen auf den Indexstand führte zum von uns erwarteten Gapschluss bei rund 4500 Punkten. Der DAX Future konnte sich jedoch nicht auf diesem Level halten. Bis zum Handelsende gab er wieder auf 4242,5 Punkte ab - ein Tagesverlust von 1,79% bzw. 77,5 Punkten.
Ausblick:
Eine echte Belastungsprobe für den DAX Index und damit auch den DAX Future wird die drohende Herausnahme der Volkswagen AG aus dem Index. Bedingung für die Aufnahme in den Index ist ein Streubesitz von mindestens 5%. Da der Streubesitz aber jetzt schon nur noch 5,6% beträgt und Porsche ankündigte, seinen Anteil weiter aufzustocken, ist das Unterschreiten der 5%-Marke vielleicht nur noch eine Frage von Tagen.
Die Indexanpassung könnte bereits Anfang Dezember erfolgen - die letzte Stütze des DAX wäre damit verschwunden.
Solange der DAX Future die Marke von 4100 Punkten nicht auf Tagesbasis unterschreitet, halten wir an unserem kurzfristigen Erholungsszenario fest. Erstes Ziel ist der Bereich zwischen 4450 und 4500 Punkten. Kann sich der DAX Future auf Tagesbasis darüber etablieren, könnte es zu Anschlusskäufen bis 4950 kommen.
Gelingt es nicht, den Widerstand bei 4450-4500 Punkten zu brechen, sind erneute Abgaben bis rund 4000-4100 und anschließend 3700 Punkten möglich.




