F-DAX Ausblick
Der DAX Future (FDAX) ist ein Termingeschäft auf den DAX, das mit einem Aufgeld versehen ist und nicht den gleichen Wert wie der DAX hat. Der Wert des FDAX ergibt sich aus dem Kassapreis (DAX) und den so genannten Bestandhaltungskosten (Cost of Carry). Je näher der Fälligkeitstermin des Terminkontraktes rückt, desto mehr gleichen sich also die Preise von FDAX und DAX an. Wir treffen für Sie eine Vorhersage über den Verlauf des FDAX für einen kurzfristigen Zeithorizont, die auf einer technischen Analyse basiert. Diese trifft eine Prognose zukünftiger Kurse anhand historischer Kursentwicklungen.
DAX Future testet 4000-Punkte-Grenze
Da sich die negativen Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Weltkonjunktur immerdeutlicher abzeichnen, geraten langsam auch die hartgesottensten Marktteilnehmer in Verkaufslaune. Am Freitag führte das zum größten intraday-Kurssturz seit Beginn der Krise. Am tiefsten Punkt des Tages notierte der DAX Future 10,5% tiefer als am Ende des Vortages. Die Marke von 4000 Punkten wurde nur um 32,5 Punkte verfehlt.
Am Freitag zeigte sich dann jedoch das gleiche Bild wie am 10.10., als das bisherige Jahrestief bei 4333 markiert wurde. Am Tief stiegen soviele Käufer in den Markt ein, dass sich die Notierung des FDAX um fast 300 Punkte erholen konnte. Zum Wochenende stand ein Schlusskurs von 4320 fest, was einen Tagesverlust von 4,11% bzw. 185 Punkten bedeutet.
Unerwartet verhalten wird bislang das staatliche Rettungspaket Deutschlands angenommen. Geldnehmer sind bis jetzt ausschließlich die Landesbanken, bei denen unsicher ist, ob sie das Geld aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen nehmen. Die (bis jetzt) privaten Banken machen einen großen Bogen um das staatliche Geld.
Das hatten sich die Politiker bei der eiligen Verabschiedung mit Sicherheit anders vorgestellt. Ohne dickere Eigenkapitaldecke und staatliche Bürgschaft für neu emittierte Bankanleihen dürfte jedenfalls kein Vertrauen in das Bankensystem zurückkommen. Die Bedingungen, zu denen beides vom Staat vergeben wird, sind für die Bankvorstände aber denkbar unattraktiv. Welcher Konzernlenker beschneidet schon freiwillig seinen Handlungsspielraum oder gar seine eigenen Bezüge? Vermutlich wird Deutschland bald wie die USA Druck auf die Banken ausüben, das Geld anzunehmen. Gerüchten zufolge nahmen die amerikanischen Banken die zuletzt bewilligten 125 Mrd Dollar Eigenkapital nur widerwillig entgegen.
Ausblick:
Am Freitag schloss der DAX Future sowohl unter dem Horizontalwiderstand als auch unter dem kurzfristigen Abwärtstrend, von dem die Notierungen kurz zuvor abprallten. Geht man nur nach dem Stundenchart, wären daher am Montag weitere Abgaben wahrscheinlich.
Besser sieht die Situation auf dem Tageschart aus. Als sich das letzte Mal eine Chartformation wie die vom Freitag bildete, kam es im Anschluss zu einer sehr schnellen Erholung.
Wir gehen davon aus, dass der DAX Future am Montag sein Gap bei 4500 Punkten schließen wird. Sollte dies geschehen, ist die Wahrscheinlichkeit einer weitere nErholung bis rund 4950 Punkten groß. Ob die Erholung von langer Dauer wäre, muss derzeit jedoch noch bezweifelt werden.
Gelingt es nicht, das Gap bei 4500 Punkten zu schließen, sind erneute Abgaben bis rund 4000 und anschließend 3700 Punkten möglich.



